Zwischen Tierarzt und Hundetrainer
00:00:00: Hallo, da sind wir wieder bei Good Morning Pets. Diese Woche bin ich Catharina und
00:00:11: Kristina, denn eigentlich gab es nur Catharina, da ich meine Tonspur vermasselt habe. Da es diese
00:00:16: Woche um viele Sachen ging, die ich vorbereitet habe, sowohl den Fun Fact als auch das Hauptthema
00:00:23: sprechen musste, kann man fast sagen, weil es kein sehr fröhliches Thema ist, habe ich gedacht, kurzerhand,
00:00:29: damit ihr nicht gar nichts habt, mache ich ein paar Sachen alleine. Und im Laufe der Woche hoffe
00:00:37: ich dann, kriege ich Catharina dazu, das gleiche nochmal aufzunehmen. Letzte Woche haben wir
00:00:42: gesprochen über die Dreihasigkeit und dies ist also die Zwischenfolge. Der Fun Fact ging darum,
00:00:50: dass wir über Mimikrie gesprochen haben. Mimikrie ist die Maskierung eines nicht bösen Tires, was
00:01:00: sich zum Beispiel wie so von der Wespe die gelben und schwarzen Streifen abguckt, damit Fressfeinde
00:01:08: und dergleichen denken, oh mein Gott, nee, da gehe ich lieber nicht nah ran. Und der beeindruckendste
00:01:13: dabei ist im Tierreich finde ich der Mimik-Octopus, der nämlich nicht nur in der Lage ist, so per se
00:01:19: irgendwie irgendwelche Sachen zu machen, die er dann dauerhaft hat, so zum Beispiel wie diese
00:01:26: Färbung, die man manchmal sieht im Tierreich, die nichts haben, sondern er kann tatsächlich seine
00:01:32: Gestalt an viele verschiedene Sachen ändern, also sowohl Farbe als auch Körperhaltung als auch die
00:01:39: Bewegung und alles. Das heißt, der Oktopus kann sich zu einer Flunder machen, zu einer Schlange
00:01:44: machen und imitiert das ganze wahlweise, was wir letzte Woche erörtert haben, was wir ganz schön
00:01:51: beeindruckend finden, denn es setzt ja auch ein bisschen fast voraus, dass man sich seiner selbst
00:01:55: bewusst ist, dass man weiß, okay, ich bin nicht platt, ich bin tentakelig und kugelig und trotzdem
00:02:03: mache ich das, damit ich dann irgendwie Vorteile habe im Tierreich. So, die Wunschfolge von Catharina
00:02:12: thematisch tiermedizinischer Seite ging um Darmkrebs, weil sie bei einer Kundin, meine ich,
00:02:19: einen recht jungen Hund hatte, der Darmkrebs hatte und sie war sehr erstaunt, weil sie gar
00:02:27: nicht viele Berührungspunkte bislang im Tierreich damit hatte. Beim Menschen hat man das ja immer mal
00:02:32: wieder im Tierreich, war ihr das noch nicht so untergekommen. Tatsächlich war das für mich ein
00:02:38: bisschen anders. Es ist sicherlich nicht top 1 der Krebsarten, die beim Hund ganz ganz oben stehen auf
00:02:46: der Liste, aber dennoch welche, die immer wieder auftreten. Tierarten haben wir besprochen, sind
00:02:54: vorwiegend die Fleischfresser, sind im Wesentlichen erstmal Katze und Hund. Kaninchen und Co. sind jetzt
00:03:01: auch nicht prädestiniert für Darmkrebs. Wir haben unterschieden in zwei Formen von Darmkrebs, die es
00:03:08: beim Tier gibt, in sogenannte kleinzellige Formen, die sich auf weiter Fläche im Darm ausbreiten und
00:03:16: dann halt so Knubbel, die man "kennt". Also Krebs denkt man ja immer an ein so ein knubbeliges
00:03:22: Geschwür, was irgendwo ist und das ist dann die andere Variante. Oft sind das Adenokarzinome,
00:03:30: das andere sind durchaus häufiger eher Lymphome, die so klein den ganzen Darm durchwandern. Lymphom ist
00:03:36: sowieso immer fies und eher bei der Katze noch anzutreffen im Darm als beim Hund, zumindest in
00:03:44: der Häufigkeit, jetzt nicht per se nicht. Und tatsächlich diese kleinzellige Lymphomvariante bei
00:03:51: der Katze, deswegen ist es gar keine richtige Hundefolge, denn Katzen haben schon wirklich
00:03:56: oftmals mit Darmkrebs zu tun. Gibt es diese kleinzellige Variante beim Jungtier auch schon,
00:04:03: also ich finde zwei bis vier Jahre für eine Katze ziemlich jung, schließlich sollen sie eigentlich
00:04:09: über 20 werden. Und ja, beim Hund gibt es diese ganz frühe Form sehr sehr selten, es gibt meistens
00:04:19: eher diese andere Form oder die findet man häufiger, die wo sich so ein Teilchen bildet quasi im Darm.
00:04:26: Catharina hatte dann gefragt, wie man das finden kann beim Tier. Also als Besitzer merke ich
00:04:34: irgendwelche Symptome, ist irgendwas komisch. Also die Varianten, die sich über weitere Strecken
00:04:41: ausbreiten oder hinterher zum Verschluss führen, haben sicherlich immer mal wieder Durchfall oder
00:04:49: so Resorptionsstörungen zur Folge, also gerne mal Katzen, die fressen wie die scheuen Drescher,
00:04:55: die auch wirklich viel viel Kotabsetzen, meistens nicht so gut geformt, meistens ein bisschen
00:05:01: dünner. Und wo der Besitzer deswegen eigentlich kommt und nachfragt, und natürlich ist es nicht
00:05:10: immer gleich Darmkrebs, also man muss auch nicht Panik haben, aber das ist so ein typisches Beispiel.
00:05:15: Beim Hund ist es dann oft eher tatsächlich so, dass es so dünner Kot wird und weniger und
00:05:23: tatsächlich haben wir leider auch wirklich viele, die, weil es eben nicht vorher auffällig schmerzhaft
00:05:29: ist oder Veränderungen macht, wenn es nur punktuell im Darm ist, die dann kommen mit richtigen
00:05:33: Verschlusssymptomatiken. Also das sind dann eher so, als hätte man eine Kastanie gefressen,
00:05:38: ein massives Erbrechen oder hinten kommt nur noch ganz bisschen Kot oder der ist irgendwie rappeldünn,
00:05:44: mag gar nicht fressen, aber irgendwie kann man es gar nicht so richtig zuordnen, so in der Art
00:05:50: wahrscheinlich eher. Diagnostik, na gut, wenn man einen großen Knubbel irgendwie am Darm findet,
00:05:58: der da nicht hingehört, dann ist es recht offensichtlich. Bei diesen kleinzelligeren
00:06:02: Varianten ist es eher schwierig, weil man chronische Darmentzündungen davon gut abgrenzen
00:06:08: muss und auch andere infektiöse Ursachen oder so erstmal gut beheben muss, bevor man sich sicher
00:06:14: sein kann. Man kann per Ultraschall ein sehr, sehr schnelles, sehr genaues Bild kriegen. Die
00:06:22: offensichtlichen Varianten kann sicherlich jeder, die kleinzelligen Varianten, manchmal vielleicht
00:06:31: für einen geübten Ultraschaller eher zu finden, weil es nämlich viele, viele Darmenabschnitte sind und
00:06:36: viele Meter, die man sieht im Ultraschall und dann vielleicht an einer Stelle nur so 15, 20
00:06:41: Zentimeter betroffen sind und die dann auch so Veränderungen haben, die man ein bisschen
00:06:47: einsortieren muss. Aber da muss auch der Bildgeber fair immer sagen, er macht nur schwarz-weiß-Bilder,
00:06:53: er ist kein Pathologe. Was aber die Ultraschall machen können, sind Nadeln zu nehmen und die
00:07:02: ganze Sache zu beproben und das darf man auch tatsächlich im Darm. Das ist eher bei so
00:07:07: schwierigeren Fällen sinnvoll als bei diesen großen Eiern. Da ist eher die Frage, was man dann als
00:07:17: nächstes macht. Mit der Nadel kann ich versuchen, Zellen zu kriegen. Es heißt halt leider nicht, es
00:07:23: ist ja eine sehr kleine Probe. Insofern ist es logisch, dass es, wenn ich keinen Krebs finde,
00:07:28: nicht heißt, dass es per se überhaupt gar kein Krebs sein kann. Es ist eher, dass man sagt, okay,
00:07:32: vielleicht ist in dem Bereich auch kein Krebs. Deswegen hätte man an sich lieber immer Vollschichtproben
00:07:39: vom Darm, Vollschichtproben setzt, aber voraus, dass man wirklich in den Bauch geht und wie der
00:07:45: Name schon sagt, einen ganzen Keil aus dem Darm rausschneidet an einer Stelle und natürlich damit
00:07:52: dann auch die entsprechenden Komplikationen möglich sind, dass diese Stelle nicht so wieder abheilt,
00:07:57: wie man will. Fürs Tier auch ein größerer Eingriff mit Narkose im Vergleich zur Nadel, die ich einfach
00:08:03: im Ultraschall oft so bei vielen unsidierten Tieren auch einfach tolerieren, die das sehr nett machen
00:08:08: kann. Und naja, hoffentlich hat man dann die Aussage, wenn ich so ein größeres Ei finde, dann geht es
00:08:18: im Wesentlichen darum, ja auch bei den Kleinzählingen, aber beim Großen insofern mehr kann ich was tun,
00:08:25: sollte ich den rausschneiden, also wirklich einfach ein Stück Darm abnehmen oder nicht. Das richtet
00:08:31: sich nach dem sogenannten Tumor Staging. Das haben wir jetzt schon öfter gehört, wenn ihr von mir ein
00:08:35: paar Folgen schon gehört habt und von Catharina, also von mir, weil ich ja oft diese medizinischen
00:08:41: Themen mache, dann geht es immer darum, dass ich vorher relativ sicher bin, was machen die, bin nach
00:08:49: Battenlymphknoten, was machen die Organe, in die diese Krebsart, mit der ich zu tun habe, typischerweise
00:08:55: streut, habe ich große Hinweise darauf, dass irgendwas schon ist oder nicht. Das verändert
00:09:01: sicherlich die Empfehlung, Dinge chirurgisch zu entfernen oder nicht. Wenn mal angenommen alles
00:09:08: sauber ist, empfiehlt sich das durchaus, wenn das eine Darmabschnitt ist, den man auch gut entfernen
00:09:13: kann und das ist häufig tatsächlich der Fall, dass das gut geht erstmal, dann kann man das rausnehmen
00:09:20: und sicherlich auch mal Glück haben, dass damit kurativ dann Ruhe ist. Man kann aber natürlich
00:09:26: auch Pech haben und es ist noch nicht vorbei, das ist wie bei uns Menschen auch. Je nachdem, was der
00:09:33: Hund toleriert, was die Besitzer können und wollen, kann man dann auch über Chemotherapie und der
00:09:39: gleichen sprechen, wenn man genau weiß, mit wem man es zu tun hat. Das heißt, ich würde in
00:09:44: so einem Fall immer immer dazu raten, das pathologisch zu untersuchen und ja, was man noch
00:09:52: nicht weiß, darüber hatten Catharina und ich auch gesprochen, ist, ob es jetzt irgendwelche expliziten
00:09:59: Dinge sind, die das verursachen. Sicherlich gibt es eine gewisse genetische Komponente, wie beim
00:10:04: Menschen auch, aber ansonsten ist das Ganze eher multifaktoriell und in dem Fall, von dem Catharina
00:10:12: erzählt hatte, war das ein vier Jahre alter Hund, das ist dann ja vielleicht ein bisschen früh,
00:10:18: aber auch nicht so schlimm früh. Ab fünf sagen wir, eigentlich sind die Tiere mittelalt und ab da
00:10:23: finden wir dann leider auch diese schrecklichen Diagnosen. Krebs an sich, so wie beim Menschen
00:10:34: auch, es geht von jung bis alt, aber sicherlich mit einem gewissen Alter steigt dann auch die
00:10:40: Wahrscheinlichkeit für bösartige Veränderungen im Körper. Ja und das war im Wesentlichen auf die
00:10:51: Schnelle ein Überblick beim Darmkrebs bei Hund und Katze, wie gesagt eine große Katzenfolge,
00:10:57: weil es sie genauso betrifft, beide Formen wie den Hund auch, ist kein Hundethema per se. Es
00:11:05: ist kein Kaninchenthema oder kein Heimtierthema hatten wir noch angesprochen, die haben typischerweise,
00:11:10: also natürlich können die bestimmt auch Darmalkrebs haben, aber das ist jetzt eher nicht
00:11:16: die Variante, wo das die gehäufte Krebsform ist, die wir finden bei den Tieren, das ist eher dann
00:11:22: Gebärmutterkrebs oder sowas, das ist nicht Darmkrebs in erster Linie, was nicht heißt niemals
00:11:28: nie, aber so von der Wahrscheinlichkeit her. Ja, da es nur mit mir allein auch nicht so witzig ist
00:11:36: wie mit Catharina, denke ich schließen wir diese trockene Folge hier und hoffen, dass ich nächstes
00:11:41: mal nicht mein Mikro und meine Tonspur irgendwie vermassel und dass wir uns dann wieder beide hören
00:11:49: können im Nachgang. Fazit ist für mich oder für euch, Darmkrebs spielt bei Hund und Katze eine
00:11:56: durchaus wichtige Rolle. Es gibt verschiedene Tumorarten, die sich dort bilden können, die auch
00:12:02: dementsprechend verschiedene Anteile und auch verschieden weite Anteile im Darm befallen. Es ist
00:12:08: gut zu unterscheiden, ob es sich wirklich um Krebs handelt oder ob es sich um chronische oder
00:12:13: autoimmunkronische Entzündungen handelt, die im Darm davor liegen und sicherlich ist angeraten,
00:12:21: bei gewissen Sachen eine Probe vorherzunehmen, bevor man den Bauch aufschneidet und irgendwas
00:12:26: testet. Vielleicht muss man das aber auch für eine gute Probe. Bevor man irgendwie an größere
00:12:32: chirurgische Maßnahmen wie Darmenteile entfernen geht, sollte man auf alle Fälle ein Tumor-Staging
00:12:37: machen, damit man weiß, was man den Patienten zumuten kann und was nicht. Ansonsten wünsche
00:12:47: ich euch, dass ihr davon verschont bleibt, aber zumindest wisst wie. Symptome sind wie beim Menschen,
00:12:54: da keine per se Schmerzrezeptoren dort betroffen sind, erst mal sehr, sehr lange gar nicht da oder
00:13:01: halt wenn es längere Bereiche sind oder schon weit fortgeschritten ist, dann viel essen, viel
00:13:08: Durchfall, irgendwie abmagern meistens dabei, komische Durchfälle, schmierig und irgendwie dann
00:13:15: auch tatsächlich ein recht mitgenommener Habitus meistens leider, wenn man sich dann beim Tierarzt
00:13:21: vorstellt deswegen. Ja, so viel von meiner Seite und dann hoffe ich, dass wir uns in ein paar Tagen
00:13:29: spätestens aber nächste Woche wieder hören, wenn es am Sonntagmorgen heißt "Good Morning Pets" mit
00:13:36: Catharina und Christine.
00:13:37: Ja.